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„Wir sind die Vorhut“

Zum Tag des Ehrenamts am 5. Dezember: Seit 20 Jahren gibt es in Königsbach „Helfer vor Ort“

Schnelle DRK-Helfer in der Not (von links): Kurt Demel, Peter Löffelhardt und Oliver Demel hier bei der Inbetriebnahme eines HvO-Fahrzeuges 2006.

Jeden kann es jederzeit und unerwartet treffen: der Sturz von der Leiter, ein Verkehrsunfall, ein Herzinfarkt. Für die Betroffenen ist wichtig, dass Hilfe so schnell wie möglich zur Stelle ist. Doch der hauptamtliche Rettungsdienst des Roten Kreuzes, der momentan Wachen in Pforzheim, Mühlacker, Tiefenbronn und Neuenbürg betreibt, muss bei einem Notfall im Enzkreis in der Regel eine längere Anfahrt bewältigen. 15 Minuten hält der Gesetzgeber für die maximal angemessene Wartezeit.

 

Um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken, haben etliche DRK-Ortsvereine im Enzkreis ein sogenanntes „Helfer-vor-Ort“-System (HvO) etabliert. Ehrenamtliche sind dabei 24 Stunden am Tag in Bereitschaft, um sofort zur Stelle zu sein, wenn bei ihnen im Ort ein Mensch Hilfe benötigt. „Wir sind die Vorhut“, erläutert Bereitschaftsleiter Oliver Demel von der HvO-Gruppe Königsbach, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Anlässlich des Tags des Ehrenamts, der alljährlich am 5. Dezember die freiwilligen Helfer würdigt, erinnern sich Bereitschaftsleiter Demel und Arzt Peter Löffelhardt an die Anfänge.

 

Der damalige Bereitschaftsarzt Löffelhardt war es, der 1989 die Initiative ergriff. „Mit einer speziellen Ausbildungsreihe habe ich, zusätzlich zu den regulären 14-tägigen Übungsabenden der Bereitschaft, eine Schar von acht Bereitschaftsmitgliedern in rettungsdienstlichen Themen geschult“, erinnert sich Löffelhardt. Hervorragend ausgebildet sind die Helferinnen und Helfer bis heute, was sich nicht zuletzt an ihren Erfolgen bei Erste-Hilfe-Wettbewerben messen lässt. Die Königsbacher HvO-Gruppe wird direkt von der DRK-Rettungsleitstelle per Funkempfänger alarmiert, wenn ein Notfall in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. An Fahrzeugen stehen den Helfern ein Notfallhilfe-Pkw, eine Führungskraftwagen Schnelleinsatzgruppe sowie ein Arztwagen zur Verfügung.

 

Über 1000 Hilfeleistungen hat die Gruppe seit ihrer Gründung erbracht. „Wir haben zahlreiche Leben gerettet“, ist sich Bereitschaftsleiter Demel sicher. Auch von der Bevölkerung werden die Helfer vor Ort sehr positiv aufgenommen. „Ihr seid ja schon da“, sei ein Satz, den man als Helfer vor Ort häufig zu hören bekomme, so Demel. Helfer vor Ort sind für ihren Einsatz ausgebildet, das Spektrum reicht von Sanitätshelfern über Rettungssanitäter bis hin zum Arzt. Zurzeit verfügt Königsbach über sechs Helfer vor Ort. Die Einsatzstunden werden ehrenamtlich erbracht. Um die Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft aufrecht erhalten zu können, sind die Helfer darauf angewiesen, dass ihre Arbeitgeber sie unterstützen und in einem Notfall am Arbeitsplatz auf sie verzichten

 

 

5. Dezember 2009 08:08 Uhr. Alter: 9 Jahre

 

 

 


 

 

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