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Hunde üben den Ernstfall

Wenn der Hubschrauber über der Stadt kreist, ist sie meist nicht weit: Die Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis e.V. in Kooperation mit dem Bundesverband Rettungshunde - Nördlicher Schwarzwald hatte in diesem Jahr viel zu tun.

Sandra Mohr mit Hund Max

Sei es der Asthmatiker, der beim Pilzesuchen im Straubenhardter Wald verschwunden war, ein Mann, der nach einer Herz-Operation zu früh sein Krankenbett verlassen hatte und gesucht werden musste oder ein Demenz-Patient, der verwirrt in der Stadt umher lief - bei den Einsätzen der Rettungshundestaffel geht es fast immer ums Überleben von hilflosen Personen. Zwölf Mal waren diese besonderen Teams in 2013 aktiv.

Damit für den Ernstfall genügend tierische Helfer parat stehen, finden regelmäßig Eignungstests statt. Am jüngsten Termin Ende November wurden neun Kandidaten - sechs aus Pforzheim, zwei aus Calw und einer aus Ludwigsburg - geprüft. Rasse und Alter sind dabei kaum von Bedeutung. "Ein Hund war sogar gerademal fünf Monate alt", sagt Ausbilderin Sandra Dürr. "Bei uns finden sich einige Vierbeiner der Rassen Golden-Retriever oder Australian Shepherd - aber auch viele Mischlinge."

Bei der Prüfung ist vor allem das gefordert, was Hundebesitzer sonst versuchen, zu vermeiden: zum Beispiel auf Fremde zuzugehen und ihnen stets freundlich zu begegnen. Über 20 Einzelsituationen muss der Vierbeiner meistern, um sich abschließend von einem Vertreter des DRK-Landesverbandes das positive Urteil abholen zu können. Diesmal haben es alle neun Teilnehmer geschafft. Sie mussten sich unter anderem unbefangen verhalten können, wenn sie von Unbekannten eingekreist wurden, wenn ihr Besitzer von Fremden umgeben war und durften sich bei optischen oder akustischen Reizen nicht aggressiv verhalten. Nun wird weiter trainiert, denn als nächstes ruft die Prüfung zum ausgebildeten Rettungshund.

Mitmachen kann theoretisch jeder Hundebesitzer - vorausgesetzt er hat einen jungen, mittelgroßen Vierbeiner, der gerne mit Menschen und anderen Artgenossen arbeitet. "Der Hundeführer muss jedoch bereit sein, viel Zeit in die Trainings und die Ausbildung beim DRK zu investieren", sagt Dürr.

Termine: Am Samstag, 7. Dezember, und am Sonntag, 8. Dezember, präsentiert sich die DRK Rettungshundestaffel Pforzheim auf dem Maulbronner Weihnachtsmarkt; am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr Am Samstag, 14. Dezember, präsentiert sich die hiesige DRK Rettungshundestaffel von 10.30 Uhr an auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt.

Hintergrund:
Die Rettungshundearbeit im Deutschen Roten Kreuz Landesverband Baden-Württemberg ist Bestandteil des DRK-Fachdienstes "Sanitätsdienst". Der Rettungshundeführer ist ein Helfer des Sanitätsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes mit der Sanitätsdienstausbildung A, B und C. Zusammen mit seinem geprüften Hund wird er als Rettungshundeteam bezeichnet und nimmt am Dienst der DRK-Bereitschaft teil. Mit der Grundausbildung ist der Helfer im Bedarfsfall auch bei Katastrophen einsetzbar. Der Rettungshund ist Eigentum des Rettungshundeführers, mit dem er ein Team bildet. Aufgabe des DRK-Rettungshundeteams ist es insbesondere, vermisste und verschüttete Personen zu suchen und zu finden, diese je nach vorhandenen Möglichkeiten zu retten, Erste Hilfe zu leisten sowie die erforderlichen Fachdienste hinzuzuziehen. Die Arbeit wird hauptsächlich durch Spenden finanziert. Regelmäßig stellen die Teams in Kindergärten und Schulen die Fähigkeiten der Hunde vor und vermitteln den angemessenen Umgang mit Vierbeinern. Infos online auf http://rettungshunde.drk-pforzheim.de

 

Bild und Text: Daniela Kneis

4. Dezember 2013 13:37 Uhr. Alter: 5 Jahre

 

 

 


 

 

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