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Patient dankt Rettern für gelungenen Einsatz

Beim Arbeitsunfall wurde Klaus Lerches Hand schwerst verletzt

Sie freuen sich über den perfekten Ablauf des Rettungseinsatzes (von links): Thomas Göttenauer (stellvertretender DRK-Rettungsdienstleiter), Notarzt Dr. Sebastian Bergler, Leitstellendisponent Joachim Kaussmann, Rettungssanitäter Björn Ziegler, Patient Klaus Lerche, Rettungsassistent Lars Zentner und Rettungsassistent Adrian Dubrau.

Weil auf dem nahegelegenen Sportplatz ein Fußballspiel stattfand, landete der Rettungshubschrauber im Wohngebiet.

Diesen Tag wird Klaus Lerche nie vergessen: Als der 55-jährige Kraftfahrer aus Vaihingen am 18. Juni am frühen Nachmittag in Kieselbronn an einer Baustelle einen Baggergreifer abliefern wollte, wurde seine linke Hand beim Abladen unglücklich zwischen einer Wand und dem Greifer eingeklemmt. Lerche sah, dass sein Arbeitshandschuh zum größten Teil zerfetzt war - ebenso seine Hand. "Ohje, das wird nie wieder", dachte er sich. Er rief um Hilfe. Sein Glück war es, dass am Nachbargrundstück eine Frau - wie sich im Verlauf herausstellte Krankenschwester am Pforzheimer Siloah St. Trudpert Klinikum - im Garten war und ihn hörte. Sofort eilte sie zu dem Verletzen, setzte einen Notruf ab und leistete Erste Hilfe.
In der Integrierten Leitstelle (ILS) hatte der Rettungsassistent Joachim Kaussmann den Anruf entgegengenommen und einen Rettungswagen aus der nahen Wache an der Kieselbronner Straße zum Unfallort geschickt. "Herr Lerche äußerte erst bei unserem Eintreffen Schmerzen", blickt Rettungsassistent Lars Zentner zurück. "Den Handschuh hatte er noch an; die Wunde war abgedeckt. Wir mussten uns zunächst ein komplettes Bild vom Grad der Verletzung verschaffen." Das hatte es in sich. Die Hand war komplett zertrümmert - zwar teilweise noch von Haut umgeben, aber quasi innerlich ab dem Handgelenk amputiert. Für Lerche war der Anblick schlimm: "Ich bin einfach dagelegen und hab nur in den Himmel geschaut."
Zusammen mit seinem Kollegen Björn Ziegler entschied Zentner, bei der ILS einen Rettungshubschrauber nachzufordern, der Lerche in eine Spezialklinik fliegen sollte. Nicht nur den schickte Kaussmann los, sondern parallel auch das am Helios Klinikum stationierte mit Notarzt Dr. Sebastian Bergler und Rettungsassistent Adrian Dubrau besetzte Notarzteinsatzfahrzeug. So konnte die Schmerztherapie noch schneller eingeleitet werden. Zusammen versorgten die Einsatzkräfte behutsam die Hand des Patienten und übergaben ihn an das Team des DRF-Rettungshubschraubers aus Leonberg.
Nur 80 Minuten nach dem Notruf und einem perfekten Zusammenspiel aller Rettungsdienst-Rädchen lag Lerche in Stuttgart im Operationssaal, und die Aktion zur Rettung seiner Hand ging in die heiße Phase. Es folgten mehrere OPs und Hauttransplantationen, und inzwischen ist klar, dass Lerche seine Hand dank der schnellen Retter behalten wird. Aktuell plagen ihn Nervenschmerzen, die er jedoch tapfer hinnimmt. "Nun geht es darum, mit Physio- und Ergotherapie die Funktion soweit es geht wieder herzustellen", berichtet Lerche zuversichtlich. Am Monatsende folgt eine Operation, bei der fünf Drähte entfernt werden.
Er und seine Frau sind überglücklich. "Wir sind sehr dankbar, dass alle Rädchen so einwandfrei ineinander gegriffen haben. Das, was die Helfer getan haben, lässt sich mit Geld nicht aufwiegen", schrieb Doris Lerche-Münch nur wenige Tage nach dem Einsatz an Thomas Göttenauer, stellvertretender Rettungsdienstleiter beim DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis. Auch den Wunsch, sich persönlich bei den Einsatzkräften bedanken zu können, hatte sie geäußert, denn "wir verfolgen mit Betroffenheit die zunehmende Aggression gegen Rettungskräfte und Polizei". Und so wurde ein gemeinsames Treffen organisiert. Dies fand am Donnerstag in Pforzheim an der Hauptrettungswache statt. Die Lerches kamen nicht mit leeren Händen: Für jede Einrichtung, die am Einsatz beteiligt war, hatten sie ein Geschenk dabei. Als Zeichen der Wertschätzung, um etwas mehr Verständnis für die Arbeit der Rettungsdienste, und die wichtige Ausbildung in Erster Hilfe geben zu können. "Ihr wart einfach super", lobte Lerche die Rettungsdienstmitarbeiter.

Text: D. Kneis
Foto: Kneis/Dubrau

17. August 2018 10:53 Uhr. Alter: 115 Tage

 

 

 


 

 

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